Agrarökologie ist kein neues Modewort. Der Ansatz lässt sich in der wissenschaftlichen Literatur bis in die
1920er-Jahre zurückverfolgen und findet sich seither in den Praktiken bäuerlicher Familienbetriebe, in
Basisbewegungen und zunehmend auch in der Politik großer internationaler Organisationen wieder.
Vereinfacht gesagt bedeutet Agrarökologie, ökologische und soziale Prinzipien gleichzeitig auf die Gestaltung
von Landwirtschaft anzuwenden — statt Ertrag isoliert zu maximieren, wird das gesamte System betrachtet:
Boden, Pflanze, Tier, Mensch, Gemeinschaft.
Zehn Elemente, ein Rahmenwerk
2019 haben die 197 Mitgliedsstaaten der FAO ein Rahmenwerk mit zehn Elementen der Agrarökologie
verabschiedet, das seither als gemeinsame Orientierung dient. Dazu zählen unter anderem Diversität, die
gemeinsame Erarbeitung und Weitergabe von Wissen, Synergien zwischen den Systembestandteilen,
Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, Resilienz gegenüber Krisen sowie menschliche und soziale Werte,
kulturelle Ernährungstraditionen, verantwortungsvolle Führung und eine solidarische, zirkuläre Ökonomie.
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Entscheidend ist: Agrarökologie ist keine einzelne Technik, sondern ein Bündel von Prinzipien, das sich je
nach Klima, Boden und Gemeinschaft unterschiedlich umsetzen lässt. Es gibt keine einheitliche Blaupause —
und genau das macht den Ansatz so anschlussfähig an kleinbäuerliche Realität, statt an standardisierte
Industrieprozesse.
Der Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft
Während konventionelle, industrielle Landwirtschaft oft auf Monokulturen, externe Betriebsmittel und
kurzfristige Ertragsmaximierung setzt, denkt Agrarökologie in Kreisläufen: Fruchtfolgen, Mischkulturen,
organische Düngung, der Erhalt von Saatgut und die enge Bindung an das lokale Pedoklima — also an Boden
und Klima eines bestimmten Ortes.
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Diversität: Vielfalt an Arten und Sorten sichert Ernährung und Resilienz
Wissensteilung: Innovation entsteht gemeinsam mit lokalen Erzeuger:innen
Resilienz: Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaschocks und Krisen
Zirkuläre Ökonomie: Kurze, solidarische Wertschöpfungsketten statt globaler Anonymität
FAQ
Ist Agrarökologie dasselbe wie Bio-Landwirtschaft?
Nicht ganz. Biolandbau ist meist über Zertifizierungsstandards definiert, während Agrarökologie ein
umfassenderes Prinzip ist, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichzeitig einbezieht — viele
agrarökologische Betriebe sind aber auch biozertifiziert.
Seit wann gibt es den Begriff?
Der wissenschaftliche Ursprung reicht bis in die 1920er-Jahre zurück; als politisches Rahmenwerk der FAO wurde
er erst 2019 mit den 10 Elementen offiziell verabschiedet.
Warum ist Diversität ein zentrales Element?
Vielfältige Anbausysteme sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen, Krankheiten und Klimaschwankungen
als Monokulturen und sichern eine breitere Ernährungsgrundlage.
Wie erkenne ich agrarökologisch erzeugte Produkte?
Es gibt kein einheitliches Siegel; entscheidend sind Transparenz über Anbaumethode, Herkunft und direkte
Beziehungen zu den Erzeuger:innen — genau das, worauf wir bei jeder Produktbeschreibung Wert legen.
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QUELLEN
[1] FAO. The 10 Elements of Agroecology: enabling transitions towards sustainable agriculture and food systems.
https://www.fao.org/family-farming/detail/en/c/1308021/
[2] FAO Agroecology Knowledge Hub. 10 elements. https://www.fao.org/agroecology/overview/10-elements/en
[3] FAO. The 10 elements of agroecology. https://www.fao.org/family-farming/detail/en/c/1147761/
[4] Bicksler, A.J. et al. (2023). The 10 Elements of Agroecology interconnected. Elementa: Science of the Anthropocene, 11(1).
https://online.ucpress.edu/elementa/article/11/1/00041/195900/






